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Historie "Haus Stolzenbach"

Gerlinde Kuchem am Schreibtisch des Ur-Ur-Großvaters

Nicht ohne den gebührenden Stolz und mit Hochachtung sitze ich am Schreibtisch meines Ur-Ur-Großvaters Heinrich Wilhelm Otto (1802 geboren), der den Gutshof Stolzenbach, benannt nach der Gemarkung und dem Bachlauf "Stolzenbach", von 1839 bis 1843 erbaute.

Außer Landwirtschaft unterhielt er auch eine Posthalterei der durch Pferdepost betriebenen Strecke Bonn-Hangelar-Siegburg-Ründeroth.

 

historische Karte

Seinem Sohn Wilhelm Otto (geboren 1831) ließ er schon als Jugendlichen eine altsprachliche Ausbildung durch einen verwandten evangelischen Pfarrer zukommen, so hatte dieser das Rüstzeug, seine Nachfolge anzutreten und als Gutsbesitzer, Abgeordneter und Posthalter erfolgreich tätig zu sein.

Als Abgeordneter des Düsseldorfer Landtags erhielt er wegen seiner Verdienste und der unbedingten Treue zur Monarchie 1904 den königlichen Kronenorden und 1918 den Roten Adlerorden.

Haus Stolzenbach: historische Ansicht

Haus Stolzenbach: historische Ansicht

Haus Stolzenbach: historische Ansicht

Im Jahr 1884 wurde infolge des Baus der Eisenbahn durch das Aggertal die Posthalterei mit Pferdewechsel überflüssig und aufgelöst.

Um die Jahrhundertwende wurde die Tochter Wilhelms, Marie Otto - meine Großmutter -, Eigentümerin des Gutshofes. Sie war verheiratet mit Heinrich Fischer, der recht früh verstarb. Sie übergab dann ca. 1930 den Hof an den Jüngsten von 6 Kindern, meinen Vater Hermann Fischer (1903 geboren).

Nach dem 2. Weltkrieg mussten meine Eltern, Hermann und Käthe Fischer feststellen, dass sie von den Einkommen des landwirtschaftlichen Betriebes ihre Ziele nicht erreichen konnten. Neben Zahlungen an weichende Erben zu leisten sollten ihre 4 Kinder eine gute Schulausbildung erhalten, die zu der Zeit noch relativ viel Geld kostete. Also entschlossen sie sich 1951 - ich als Jüngste 6 Jahre alt - eine kleine Gaststätte in unserer ehemaligen Küche zu eröffnen.

Es galt viele bürokratische Hürden zu nehmen, da die damalige Gemeinde Wahlscheid nur zögerlich Konzessionen für den Ausschank von alkoholischen Getränken vergab. Aber Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland in den 50er und 60er Jahren, der Nähe des Standorts Stolzenbach zu Köln und Bonn sowie des Fleißes, der unermüdlichen Tatkraft und Energie meiner Mutter schafften es meine Eltern, einen renommierten Betrieb aufzubauen. Diesem gaben sie den Namen "Haus Stolzenbach".

In den 80er Jahren habe ich den Besitz von meiner Mutter übernommen und führe das Haus seit 1995. Unterstützt werde ich von meinem Mann, Manfred Kuchem, der sich tatkräftig in Sachen Renovierung, Umbau, Außenanlagengestaltung und Pflege usw. einsetzt.
 

» und so präsentiert sich das Haus heute


Haus Stolzenbach - 53797 Lohmar-Wahlscheid - Tel.: 02246-92080